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Burnout Prävention und Stressbewältigung

Dem Burnout vorbeugen

Kaum zu glauben aber wahr:

Jede Herausforderung, die an uns gestellt wird, bedeutet Stress. Ob dieser Stress sich positiv oder negativ auf uns auswirkt, entscheidet sich darin, ob die Herausforderung bewältigt wird oder nicht. Das gilt für jede Aufgabe, die wir erfüllen müssen, sei sie groß oder klein - sogar dann wenn die Aufgaben sich wiederholen. Was uns bei all diesen Aufgaben hilft und was uns behindert hängt zu einem großen Teil von den folgenden vier Bereichen ab:

  • den persönlichen Ressourcen
    (sprich unsere angeborenen Eigenschaften und unsere Erfahrungen)
  • unseren Beziehungen zu anderen Menschen
  • den Arbeitsplatzbedingungen
  • und den gesellschaftlichen Bedingungen
    (Überzeugungen, Weltanschauungen, etc.)

Diese vier Bereiche spielen ineinander. Sie können sich gegenseitig verstärken oder auch abschwächen. Die Beziehungen zu anderen Menschen beispielsweise, liefern uns im Positiven die Unterstützung, die wir brauchen, wenn die eigene Kraft oder Fähigkeit nicht ausreicht. Unsere Mitmenschen können natürlich im Negativen auch gegen uns agieren und uns somit stressen. Auch die übrigen drei Bereiche haben ihre positiven und negativen Seiten: Aspekte, die uns stärken und Aspekte, die uns bei unseren Aufgaben schwächen. Normalerweise sollten alle Bereiche in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Wenn unsere Selbstüberzeugung aber nachlässt, uns die notwendige Unterstützung fehlt und die Gesellschaft zum Beispiel Leistung und Erfolg als oberstes Ziel steckt, geraten wir mehr und mehr in die Überforderung und in die Erschöpfung.

Eine negative Spirale wird langsam in Gang gesetzt. Sie endet im völligen Burn-Out. Der Beginn geht stufenweise, ist sehr schleichend und kaum zu spüren: Man will sich beweisen und Einsatz zeigen. Dabei werden auch schon des öfteren die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt. Die erste Stufe des Burn-Outs ist erreicht. In der zweiten Stufe werden die unterdrückten Bedürfnisse dann mit noch mehr Einsatz kompensiert. Bald werden die Veränderungen auch für andere sichtbar und spürbar: der Rückzug von Freunden, das veränderte Verhalten der Person und das abnehmende Gefühl für deren eigene Persönlichkeit. Letztendlich mündet das Burn-Out in innerer Leere, Depression und völliger Erschöpfung. Besser also, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen! Was kann man nun aber vorbeugend tun?

Eigentlich alles, was uns stärkt und fördert: Ein guter Umgang mit sich selbst, die Achtung der eigenen Bedürfnisse, die Pflege der sozialen Kontakte und der freundliche, wertschätzende Umgang mit anderen. So gewinnen wir die Gewissheit, dass die Verhältnisse veränderbar sind. Wir selbst können unser Leben beeinflussen! Und das tut gut!

Wir müssen also unserem Körper, unserem Geist und der Seele Gutes tun. In erster Linie schaffen wir das durch aktives Training. Aktivität und Hingabe bestärken uns besonders dann, wenn wir uns an einem Ort befinden, an dem man geachtet und geschätzt wird. Einem Ort, an dem einem Gutes getan und man zur geistigen und körperlichen Aktivität angehalten wird. Wenn die Burn-Out Störungen bereits höhere Stufen erreicht haben, sollte allerdings ein Fachmann zusätzlich zu diesen Grundbausteinen gezielt auf die spezielle Situation eingehen und gemeinsam mit dem Betroffenen persönliche Wege zur Lösung entwickeln.

Letzten Endes gilt: Ein achtsamer Mensch kennt sich und seine Einschränkungen. Er entwickelt seine Sicherheit und Stärke aus den eigenen Ressourcen und der Unterstützung seiner Mitmenschen. Und er nimmt seine eigenen Bedürfnisse ernst. Ein solcher Mensch ist in diesem Sinne gesund und gewinnt aus den Herausforderungen seines Lebens die Stärke für jeden Tag. U.Sch

Prof. Dr. med. Ulrich Schwantes
Facharzt für Allgemeinmedizin
Psychotherapie - Geriatrie -
Suchtmedizinische Grundversorgung
ehem. Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin
der Charité - Universitätsmedizin BerlinLust

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